Prallhänge in Wellheim im Urdonautal


Geoweg Urdonautal

zwischen Dollnstein und Wellheim im Naturpark Altmühltal



Prallhänge und Gleithänge - das Tal wurde geformt

Im Norden ist von unserer Position aus hinter Dollnstein ein steiler Hang zu erkennen. Die Talhänge in Richtung Nordosten und Westen sind ebenfalls sehr steil. Nur geringes Gefälle hingegen hat der Bergsporn, auf dem wir hier stehen.

In Flusstälern lässt sich diese Anordnung immer beobachten: Macht das Tal eine Biegung, so gibt es steile Prallhänge - hier prallt der Fluss dagegen und trägt den Hang ab; dieser wird dadurch steil. Auf der gegenüber liegenden Talseite ist fast immer ein flacher Gleithang, da hier das Wasser langsamer fließt und dadurch an Kraft verliert. Hier lagert der Fluss mittransportierte Gerölle und Sande ab.
Die Situation vor uns ist etwas Besonderes: Von Süden kam die Urdonau und bog um den Bergsporn. Von Westen kam der Urmain, der im Bereich von Dollnstein in die Urdonau mündete. Allerdings lag damals der Talboden noch etwa 20 m höher, als wir hier stehen.
Durch die anprallenden Wassermassen der beiden Flüsse bildete sich im Mündungsbereich ebenfalls ein Bergsporn.
Der Urmain wurde zu Beginn des Eiszeitalters allmählich zum Rhein verlegt und sein Flusstal übernahm einer seiner Nebenflüsse, die Altmühl. Das vom Urmain bereits angelegte Tal wurde von ihr weiter eingetieft und der Bergsporn im Mündungsbereich wurde sogar durchbrochen, so dass ein Durchbruchsberg entstand.
Wie auf der Tour zu erkennen war, kann man mit offenen Augen die Entstehungsgeschichte einer Landschaft wahrnehmen. Pflanzen lassen auf den geologischen Untergrund schließen, Gesteine und Fossilien zeigen den Ursprung und die Herkunft an, Talformen, Hänge und die Form von Felsen verdeutlichen die Überprägung durch fließende Gewässer.



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017