Insel Rauenwörth bei Kipfenberg im Naturpark Altmühltal


Insel Rauenwörth

in Kipfenberg / Arnsberg im Naturpark Altmühltal



Geschichte der Wasserburg "Rauenwörth"

Die als "castellum Rauenwerde" urkundlich bezeugte Wasserburg Rauenwörth - das Wort "Wörth" weist auf die Insellage hin - war als Eichstätter lehen im Besitz der Grafen von Hirschberg. Nach dem Aussterben der Hirschberger fiel die Burg 1304 an das Hochstift Eichstätt. Seitdem wurde die Burg, aber wohl nicht mehr genutzt, so dass sie verfiel.
Archäologische Grabungen im Jahre 1987 ergaben, dass die Burg ausweislich der Keramikfunde möglicherweise schon im 12. Jahrhundert bestand. Durch dendrochronologische Untersuchungen an entdeckten Eichenbalken im Wassergrabenbereich wurde das Baujahr der einstigen Brücke zur Wasserburg mit 1295 ermittelt. Aufgefundene Keramikreste erlaubten einen guten Einblick in den Formenschatz des 13. Jahrhunderts: Zu Tage kamen u. a. Fragmente von Nuppenbechern mit kobaltblauen Nuppenspitzen und Resten von Goldbemalung, zahlreiche Bügelkannen und ein großes Gefäß mit vier Löchern oben für Halterungen, eventuell zum Ansetzen von Getränken.
Im Rahmen der Natur- und Umweltprogramme 1986 und 1987 ließ der Landkreis Eichstätt den nur noch als leichte Vertiefung erkennbaren Altmühlarm um die einstige Burg wieder ausheben und die Fläche zu einem Biotop gestalten. Wir bitten um Ihr Verständnis, daß aus Naturschutzgründen das Betreten der Insel nicht gestattet ist.


Entwicklung des Biotops Rauenwörth

Seit 1987 findet auf der Inselfläche keine Bewirtschaftung mehr statt. Sie wird sich in den nächsten Jahren zu einer Ödfläche (Ruderalfläche) entwickeln. Sauerampfer, eine Pflanze nährstoffreicher Böden, weist noch auf die ehemalige Nutzung als Wiese hin. Aber auch typische Ödlandpflanzen, wie Königskerze und Wilde Karde, sind bereits zu finden.
Ödflächen bieten einer Vielzahl von Tieren, wie z . B. Igeln, Spitzmäusen und Raubinsekten, idealen Lebensraum.
In den Flachwasserbereichen des ehemaligen Burggrabens haben sich bereits Schilf, Binsen und Rohr-Glanzgras angesiedelt. Am Rand der Insel wachsen verschiedenste Bäume und Sträucher, z. B. Steileiche, Weiden, Apfelbaum, Hauszwetschge, Faulbaum, Pfaffenhütchen, Holunder, Gemeiner Schneeball, Schlehe und Brombeere. Sie werden sich weiter Ausbreiten und in wenigen Jahrzehnten die Ödfläche überwachsen haben. Ein kleines Wäldchen bildet dann das Ende der Entwicklung.



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017